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Aufsteigende Feuchtigkeit im Keller – erkennen und handeln

Aufsteigende Feuchtigkeit (kapillar aufsteigendes Wasser) entsteht, wenn Wasser aus dem Erdreich durch das Mauerwerk nach oben transportiert wird – ähnlich wie bei einem Docht, der Wasser aufsaugt.

Typisches Erscheinungsbild

Feuchtigkeit ab Boden

Die Wand ist von unten her feucht, oft bis zu einer Höhe von 1–1,5 Metern.

Salzausblühungen

Weisse, kristalline Ablagerungen auf der Wandoberfläche – ein typisches Zeichen.

Abblätternder Putz

Der Putz löst sich aufgrund der Salzbelastung und der Feuchtigkeit.

Modriger Geruch

Dauerhafte Feuchtigkeit erzeugt einen charakteristischen Kellergeruch.

Unterschied zu Kondensation

Aufsteigende Feuchtigkeit wird oft mit Kondensation verwechselt. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale:

Merkmal Aufsteigende Feuchtigkeit Kondensation
Muster Von unten nach oben zunehmend Gleichmässig oder an kalten Flächen
Salze Häufig vorhanden (Nitrate, Sulfate) Selten
Jahreszeit Ganzjährig Vermehrt im Winter / Übergangszeit
Lüftung Wenig Einfluss Deutlicher Einfluss

Horizontalsperren

Eine nachträgliche Horizontalsperre soll den kapillaren Feuchtigkeitstransport im Mauerwerk unterbrechen. Es gibt verschiedene Verfahren:

  • Injektionsverfahren: Einbringen eines Sperrmittels (Gel, Creme, Harz) in Bohrlöcher im Mauerwerk
  • Sägeverfahren: Einsägen einer Sperrbahn in das Mauerwerk (grösserer Eingriff)
  • Elektrophysikalische Verfahren: Wirksamkeit umstritten – fachliche Prüfung empfohlen

Wichtig: Nicht jede Horizontalsperre ist in jeder Situation wirksam. Die Wirksamkeit hängt vom Mauerwerk (Material, Dicke, Mörtelart), der Höhe der Feuchtigkeitsbelastung und der korrekten Ausführung ab.

Hinweis zur Injektionsmethode

Injektionsverfahren werden häufig bei aufsteigender Feuchtigkeit empfohlen. Die Wirksamkeit ist jedoch nicht in jedem Fall gegeben. Insbesondere bei stark salzhaltigem Mauerwerk, ungeeignetem Mörtel oder dicken Wänden kann der Erfolg ausbleiben. Auch eine automatische Empfehlung ohne Prüfung vor Ort ist kritisch zu betrachten. Lassen Sie sich von einem Fachbetrieb beraten, der verschiedene Verfahren anbietet.

Mauerwerk und Diagnose

Vor jeder Massnahme sollte eine fachliche Diagnose stehen. Dazu gehören:

  • Feuchtemessung im Mauerwerk (CM-Methode oder elektrische Messung)
  • Salzanalyse zur Bestimmung der Belastung
  • Prüfung der vorhandenen Horizontalsperre (falls vorhanden)
  • Kontrolle der Aussenseite (Drainage, Gelände, Belag)
Aufsteigende Feuchtigkeit prüfen lassen

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