Kelleraussenabdichtung – Ablauf, Voraussetzungen und Risiken
Wann ist eine Aussenabdichtung sinnvoll?
Eine Aussenabdichtung (auch: Perimeterabdichtung) wird dann empfohlen, wenn Wasser von aussen unter Druck auf die Kellerwand drückt. Sie gilt als die dauerhaftere Lösung, ist jedoch mit erheblichem Aufwand verbunden.
Typische Situationen, in denen eine Aussenabdichtung in Betracht gezogen wird:
- Dauerhafte Durchfeuchtung der Kelleraussenwand
- Wassereintritt nach Starkregen
- Fehlende oder defekte Drainage / Abdichtung aus der Bauzeit
- Hoch anstehendes Grundwasser
Zugang zur Aussenmauer
Für eine Aussenabdichtung muss das Erdreich um das Gebäude freigelegt werden. Das bedeutet:
- Das gesamte Gebäude oder die betroffenen Seiten werden freigelegt (Aushub)
- Terrasse, Pflasterung oder Bepflanzung müssen temporär entfernt werden
- Der Zugang für Bagger muss gewährleistet sein
Aushub und Gelände
Der Aushub ist der aufwändigste Teil. Die Tiefe des Aushubs richtet sich nach der Höhe, bis zu der die Abdichtung reichen soll. In der Regel wird bis zum Fundament ausgehoben. Die Beschaffenheit des Geländes (Hanglage, Nachbarbebauung) beeinflusst den Aufwand erheblich.
Leitungen und Durchführungen
Vor dem Aushub müssen vorhandene Leitungen (Wasser, Abwasser, Erdgas, Strom, Telefon) lokalisiert werden. In manchen Fällen müssen Leitungen temporär umgelegt oder geschützt werden. Auch Rohrdurchführungen durch die Kellerwand werden im Zuge der Aussenabdichtung erneuert.
Drainage
In den meisten Fällen wird bei einer Aussenabdichtung auch eine Drainage verlegt. Diese leitet das anfallende Sickerwasser gezielt ab und entlastet die Abdichtung. Die Drainage wird auf Höhe der Fundamentplatte verlegt und an einen Vorfluter (Kanalisation, Sickerschacht) angeschlossen.
Schutz der Abdichtung
Die aufgebrachte Abdichtung muss vor Beschädigung durch das Verfüllmaterial geschützt werden. Dazu kommen Schutzbahnen, Noppenbahnen oder Drainageplatten zum Einsatz. Diese schützen die Abdichtung mechanisch und verbessern gleichzeitig die Ableitung von Sickerwasser.
Dämmung
Im Zuge der Aussenabdichtung kann auch eine Aussendämmung angebracht werden (Perimeterdämmung). Das ist besonders dann sinnvoll, wenn der Keller beheizt oder als Wohnraum genutzt werden soll. Die Dämmung wird zwischen Abdichtung und Schutzbahn angebracht.
Verfüllung
Nach Abschluss der Abdichtungsarbeiten wird das Erdreich lagenweise eingebracht und verdichtet. Dabei ist darauf zu achten, dass die Abdichtung und die Drainage nicht beschädigt werden. Abschliessend werden Geländeoberfläche, Pflasterungen und Bepflanzungen wiederhergestellt.
Zugänglichkeit für künftige Arbeiten
Eine Aussenabdichtung erschwert künftige Reparaturen oder Nachrüstungen. Wenn später ein weiterer Eingriff an der Kelleraussenwand nötig ist, muss erneut ausgehoben werden. Das ist bei der Entscheidung für oder gegen eine Aussenabdichtung zu bedenken.
Risiken und Planung
Eine Aussenabdichtung ist ein grosser Eingriff. Folgende Risiken sollten bedacht werden:
- Statische Auswirkungen durch den Aushub (Nachbarfundamente, Hanglage)
- Unvorhergesehene Bauschäden beim Freilegen (Risse, Hohlräume)
- Witterungsabhängigkeit – Aushub und Abdichtung sollten bei trockenem Wetter erfolgen
- Kosten können durch unerwartete Hindernisse steigen
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